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Die zentralasiatische Republik Kirgistan ist nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion in ihrem Übergang zur Marktwirtschaft nach wie vor dringend auf internationale Hilfe angewiesen. Angesichts der geringen Wirtschaftskraft leben noch 34 Prozent der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Somit zählt Kirgistan zu einem der ärmsten Länder der Welt, worunter vor allem die Kinder leiden.

Zudem werden in keinem anderen Land der Welt so häufig Kinder mit einer Gaumenspalte geboren. Die Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten sind eine Gruppe von angeborenen Fehlbildungen beim Menschen. Ihnen ist gemein, dass sich in der Embryonalentwicklung Teile der Mundpartie nicht normal entwickeln.

Umgangssprachlich werden sie diskriminierend oft als «Hasenscharte» (nach dem charakteristischen Spalt in der Oberlippe) oder in der schweren Form als «Wolfsrachen» (schwere anatomische Beeinträchtigung durch Spaltung des Oberkiefer-, Zahn- und Gesichtsskelettes) bezeichnet. In Kirgistan (rund 5 Mio. Einwohner) gibt es pro Jahr ca. 250 Neuerkrankungen, also Kinder, die mit Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten geboren werden.

Die Behandlung von Kindern mit Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten bestand in Kirgistan bisher lediglich im operativen Verschluss der Lippenspalte. Dieser wurde oftmals nur in Form einer sogenannten «Vorhangoperation» durchgeführt, bei der nur die Weichteile der Lippe ohne Rekonstruktion des Naseneingangs und Bildung eines Nasenbodens durchgeführt wird. Die Gaumenspalte wurde dabei meist offen belassen. Unberücksichtigt blieben sekundäre funktionelle Störungen, wie Hörprobleme, Sprachschwierigkeiten oder Fehlstellungen der Kiefer- und Zahnbögen. Konservative Behandlungsmaßnahmen, wie Sprachheilbehandlung, kieferorthopädische Therapie oder HNO-ärztliche Betreuung der Kinder gab es nicht.

Die vollständige Rehabilitation von Kindern mit Gesichtsfehlbildungen erfordert jedoch nicht nur einen kompletten anatomischen und funktionellen Verschluss des Spaltes durch einen operativen Eingriff, sondern auch den Einsatz verschiedener konservativer Behandlungsmassnahmen. Nur durch so eine kombinierte Therapie, die eine Langzeitbehandlung von der Geburt bis ins frühe Erwachsenenalter erfordert, sind dauerhafte funktionelle Störungen, wie Sprachprobleme und Schwerhörigkeit als Folge der ungenügenden Ventilation des Mittelohres, Gebissfehlstellungen und Probleme der Nahrungsaufnahme durch Restperforationen im Gaumen, vermeidbar. Eine solche umfassende Behandlung kann erfahrungsgemäss nur durch ein interdisziplinäres Behandlungsteam in einem Behandlungszentrum erreicht werden. Das Kernbehandlungsteam setzt sich zusammen aus Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen, Kieferorthopäden und Pädaudiologen/Phoniatern.

Die Stiftung Zuversicht für Kinder widmet sich seit 2003 dem Aufbau eines Behandlungszentrums für Kinder mit Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten, welches im «National Center of Pediatrics and Child Surgery» in Bishkek, der zentralen Einrichtung für das Land Kirgistan zur Behandlung aller schweren Erkrankungen im Kindesalter, beheimatet ist. Dieses erste eigene operative Projekt der Stiftung Zuversicht für Kinder ermöglicht auf Dauer ein menschenwürdiges Dasein für Hunderte von Kindern. Die betroffenen Kinder müssen alle bis ins Erwachsenenalter versorgt werden. Somit werden innerhalb der nächsten zehn Jahre rund 1‘000 Kinder und Jugendliche von dem Spaltenzentrum profitieren können.

Nach spezifischer Weiterbildung und Ausrüstung mit dem entsprechenden Instrumentarium sollte es dem Team der Abteilung für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie im «National Center of Pediatrics and Child Surgery» möglich sein, die anfallenden operativen Eingriffe bei Kindern einschliesslich der Spaltchirurgie und der Spaltrehabilitation selbst durchzuführen.

In der Zwischenzeit finden vor Ort im «National Center of Pediatrics and Child Surgery» Einsätze von Ärzteteams aus Deutschland und der Schweiz statt, welche Kinder mit Gesichtsfehlbildungen chirurgisch rehabilitieren.